
Ganz oft erlebe ich eine zurückhaltende oder gar ablehnende Reaktion, wenn ich davon erzähle, dass ich Hypnose gelernt habe und was sie alles kann. Ein wenig kann ich das verstehen, da viele das Bild der Show-Hypnotiseure vor Augen haben, die angelblich mit einem Schnipp Menschen willenlos machen können. Das sieht dann so aus, als wäre man in Hypnose manipulierbar und könnte Geheimnisse preis geben, dem ist aber bei weitem nicht so.
Die hypnotische Trance als Zustand ist jedem von uns aus dem Alltag bekannt, nur nennen wir diese Zustände nicht so. Wenn wir abends ins Bett gehen, begeben wir uns in dem Moment in dem wir die Augen schließen in eine hypnotische Trance. Auch in wachen Momenten, in denen wir automatisch Aufgaben ausführen, z.B. Auto fahren, staubsaugen, Gartenarbeit oder ähnliches, befinden wir uns in einer Art Trancezustand. Sie kennen das bestimmt, dass Ihnen in solchen Momenten die besten Ideen gekommen sind, denn in diesen Zuständen ist unser kreatives Gehirn aktiv.
In einer angeleiteten Hypnose wird der Klient achtsam in eine hypnotische Trance begleitet. Dabei hat der Klient jederzeit die volle Kontrolle über sich und die Situation, der Coach ist nur der Führer in das Unterbewusstsein des Klienten. Er gibt nichts vor, sondern orientiert sich an dem, was der Klient in seinem eigenen Inneren erkennen kann.
Warum überhaupt ins Unterbewusstsein gehen?
Sicher haben Sie schon einmal gehört, dass unser Unterbewusstsein unser Leben zu 90 % bestimmt. Das ist auch gut so, denn überlegen Sie mal, Sie müssten darüber nachdenken, wie ihr Herz schlägt oder die Verdauung funktioniert, bevor etwas passieren kann. Auch einmal erlernte und regelmäßig ausgeführt Tätigkeiten wie Auto fahren, Essen, Laufen, eine Sportart erledigen Sie ganz ohne rational darüber nachzudenken. In unserem Unterbewusstsein befinden sich aber leider auch viele dysfunktionale Programme, die uns das Leben im Hier und Jetzt erschweren. Da liegen irrationale Ängste (Spinnen, Flugangst, Hunde, Aufzüge, Versagen etc), Glaubenssätze (ich bin nicht gut genug, ich kann das nicht, ich muss alles alleine machen oder anderes), Gewohnheiten (Süßes nach dem Essen, ein Glas Wein zum Essen, die Zigarette zum Entspannen, die Chips zum Fernsehen etc) und Überzeugungen (ich werde nie schlank, ich brauche Süßigkeiten, um mich zu beruhigen, ich bin nicht der Bewegungsmensch, etc). All das ist Ihnen aber gar nicht bewusst und bestimmt trotzdem ihr Leben.
Was passiert bei einer geführten Hypnose ?
Wir starten mit einem Vorgespräch. Hier definieren Sie Ihr Anliegen und was Sie verändern wollen. Der Coach stellt gezielt Fragen, um ganz individuell auf Sie eingehen zu können. Und das ist mit das Entscheidende. Denn es gibt nicht die eine Hypnose für ein Problem, sie ist immer individuell auf das Anliegen und den Klienten ausgerichtet. Nach dem Vorgespräch erfolgt die Induktion, also die Begleitung in die hypnotische Trance. Der Wirkteil ist individuell auf den Klienten ausgerichtet, hierfür stehen zehn verschiedene Instrumente zur Auswahl, die auch kombiniert werden können. Anschliessend folgt die Exduktion, also die Begleitung aus der Trance in den Wachzustand und ein kurzes Nachgespräch. Sie bekommen eine Anleitung für die Selbsthypnose, die Sie jederzeit selbst eigenständig durchführen können.
Hypnose ist kein Hokus-Pokus, sondern ein wunderbares Instrument, um Menschen zu helfen. Sie benötigen keine monatelange Therapie, manchmal reichen schon 1-2 Sitzungen für eine Veränderung. Sie ist aber auch kein Wundermittel bei behandlungsbedürftigen medizinischen Diagnosen, sondern ein komplementäres Verfahren, das weder psychologische noch ärztliche Therapie ersetzten, jedoch kraftvoll ergänzen kann.


